Khatia Buniatishvili // Rachmaninoff: Klavierkonzert 2 op.18 & 3 op.30

Allein der Beginn von Rachmaninows 2. Klavierkonzert, in dem die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili eine gewaltige Steigerung aufbaut, die sogleich in das lyrische Thema des ersten Satzes übergeht, ist ein Genuss. Buniatishvili ist aber auch eine Pianistin, die den enormen Kraftentladungen der beiden Klavierkonzerte Nr. 2 und 3, die sie hier mit dem Czech Philharmonic Orchestra unter Paavo Järvis zupackender, enorm konturierter Leitung eingespielt hat, mehr als gewachsen. Die Läufe und Dialoge mit dem Orchester gestalten sich geradezu explosiv. Bei den starken Kontrasten in der Dynamik, der Agogik und der ausgewogenen Klangbalance wird sie zudem hinreißend von Järvi unterstützt. Rachmaninow ist in den Augen der Georgierin nicht nur Komponist und Schöpfer zweier echter, von ihr so gern und oft gespielter Repertoireklassiker, er war eben auch selbst Pianist. Stets betont Buniatishvili, wie wichtig ihr die ständige Auseinandersetzung mit den Stilen großer Pianisten der Vergangenheit ist. Von Swjatoslav Richter etwa hat sie die beispiellose Präzision und Anschlagskultur übernommen. Außerdem sind ihre Cantabile, die wunderbaren Legatobögen und die Brillanz der hochvirtuosen, stets nach vorn drängenden Läufe ein besonderes Merkmal ihrer exquisiten Gestaltungskunst. Für die entsprechende Dramatik im Orchester – wir kennen seine Qualitäten – sorgt Järvi auf seine Art.

Sony Classical CD 88985402412 // ab 10.03.2017 im Handel