Hans-Joachim Roedelius und Arnold Kasar // Einfluss

Es ist eine Musik, die so ganz in sich zu ruhen scheint. Sphärische Klänge oder besser Klangflächen vermischen sich mit Jazzharmonie zu akustischen Skulpturen, die im Geiste eine Vielzahl von Bildern wecken. Dass sich der große Protagonist der „Kosmischen Musik“ und des „Krautrock“ Hans-Joachim Roedelius, der nicht nur Brian Eno und David Bowie beeinflusst hat, für sein neues Album „Einfluss“ mit dem fast dreißig Jahre jüngeren Pianisten und Elektronik-Produzenten Arnold Kasar zusammengetan hat, ist ein Glücksfall. Herausgekommen ist dabei aber etwas, das weder der eine noch der andere so erwartet hätte. Kasar präpariert zuweilen den Flügel und sorgt für das Experimentell-Zeitgenössische der überwiegend improvisiert wirkenden Titel. Er ist zutiefst begeistert von Roedelius’ Technik, das Klavier wie einen Synthesizer zu behandeln. Tatsächlich unterscheidet sich der Anschlag des Altstars von jeder üblichen Klaviertechnik. Die Klänge überlagern sich, Konturen lösen sich auf, und oft entstehen dabei Klangflächen von einem ganz eigenen Zauber. „Die weichen, organischen Klänge wirken auf mich“, schwärmt auch der Album-Artworker Sebastian Böcking, „als verlören sie sich in einer nebulösen Landschaft und entstünden zugleich aus ihr.“ Böcking hat in seinen Illustrationen das Traumhafte und Pastellfarbene dieser Klangschöpfungen einzigartig aufgegriffen.

Deutsche Grammophon / Universal Music CD 4797328/LP 4797329 // ab 23.06. im Handel