Benjamin Appl // Heimat

Nur wenige Begriffe sindso schwierig zu definierenund gesellschaftlichso aufgeladen wie der derHeimat. Mit der Heimat verbinden viele Menschen etwas Vertrautes, das sie aus frühester Kindheit in ihren Herzen bewahren. Der Heimat steht das Fremde und Unbekannte gegenüber. Sigmund Freud sagte ganz zu Recht, dass der Gegensatz zwischen unheimlich und heimlich im Sinne des Sich-geborgen-Fühlens den gleichen Wortstamm habe wie Heimat. Weiterlesen ›

Antoine Tamestit & Cédric Tiberghien // Bel Canto

Wie klingen wohl die schönsten Belcanto-Arien Italiens, gespielt auf der legendären Stradivari-Viola „Mahler“ von 1672 und einem Steinway-Flügel? Und vor allem gespielt von dem einzigartigen Antoine Tamestit, begleitet von dem kongenialen Cédric Tiberghien. Der dramatisch leidende Duktus zu Beginn der Arie „Il faut partir“ aus Gaetano Donizettis Oper „La Fille du Regiment“, der im Original von einer Oboe geblasen wird, klingt in der Bearbeitung für Viola und Klavier noch viel berührender. Weiterlesen ›

Terry Wey // Pace e guerra

Die Begriffe Krieg und Frieden, die Tolstoi einmal für seinen in der napoleonischen Zeit spielenden Roman als Titel wählte, tauchen ebenso im Titel der leidenschaftlichen Arie „Lucio Vero – Pace e guerra“ des italienischen Barockkomponisten Pietro Torri auf. Das Werk ist eine von sieben Weltersteinspielungen des schweizerisch-amerikanischen Countertenors Terry Wey auf seinem neuen Album „Pace e guerra“. Weiterlesen ›

Rafał Blechacz // Johann Sebastian Bach

Der polnische Pianist Rafał Blechacz hat seinen Pianistenkollegen in dieser Hinsicht schon einiges voraus. Er kann nicht nur Klavier, sondern auch Orgel spielen und legte damit schon in jungen Jahren die Grundlage für seine Bach-Begeisterung. Wie aber beeinflusst dieser Zugang nun Blechaczs Bach-Interpretationen? Weiterlesen ›

Andreas Ottensamer // New Era

Bei der österreichischen Familie Ottensamer hat man sich mit außerordentlichem Erfolg auf eines geeinigt: die Klarinette. Es ist schon bemerkenswert, dass neben dem Vater Ernst, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, auch seine beiden Söhne Andreas und Daniel Ottensamer Klarinette spielen. Weiterlesen ›

Sebastian Manz // Weber: Complete Works For Clarinet

Manche Solisten wollen es einfach genau wissen. Vergleichbar mit dem Geiger Frank Peter Zimmermann, der für die Erarbeitung von Schostakowitschs Violinkonzerten die Autographe studierte, setzte sich der Klarinettist Sebastian Manz bei der Einspielung aller Klarinettenwerke von Carl Maria von Weber eingehend mit den Notentexten von Webers Zeitgenossen, dem Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann, auseinander. Weiterlesen ›

Sonya Yoncheva // Händel

Kein Komponist des Barockzeitalters war ein größerer Dramatiker als Georg Friedrich Händel. In seinen Opern sind die Psyche, die Emotionen und die Motive der Handelnden so plastisch greifbar, dass der Spannungsbogen nicht eine Sekunde gebrochen wird. Für die junge bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva, die im September vergangenen Jahres so erfolgreich für Anna Netrebko als Norma am Royal Opera House einsprang und mittlerweile als beste Traviata der Welt gilt, war die Barockoper schon immer ein besonderer Schwerpunkt. Weiterlesen ›

Aida Garifullina // Aida Garifullina

Sie singt wie eine Göttin, ist hochattraktiv und, wie Plácido Domingo begeistert sagt, „eine der aufregendsten Operndiven von heute.“ Die Sopranistin Aida Garifullina war 2013 Gewinnerin des renommierten, von Domingo initiierten „Operalia“-Gesangswettbewerbs und nahm das Publikum mit Charles Gounods Walzer-Arie „Je vieux vivre“ aus „Romeo et Juliette“ beim Wiener Opernball vor zwei Jahren für sich ein. Klar, dass dieser Klassiker ihres Repertoires und Léo Delibes „Bell Song“ aus „Lakmé“ auf ihrem Debütalbum bei Decca nicht fehlen dürfen. Weiterlesen ›

Alexander Krichel // Miroirs

In Alexander Krichels Interpretation von Maurice Ravels „Gaspard de la nuit“ läuft dem Hörer wahrlich ein Schauer über den Rücken. In den aus Motiven romantischer Schauergeschichten entlehnten Sujets dieses Klavierzyklus’ findet der junge Pianist und große Ravel-Verehrer zu teilweise unwirklich schwebenden Klangkaskaden. Etwa dort, wo die Wasserfee Undine durchs Wasser gleitet, umgeben von Wellen und Strudeln, aber trotzdem leicht und unerreichbar. Krichel malt die Bilder dieser Musik wie ein Impressionist seine Gemälde mit changierenden Farben. Weiterlesen ›