| Große Gefühle auf kleinstem Raum - Vor zwei Jahren stellte sich der Cellist Jan Vogler mit einem ganz besonderen Album vor: "My Tunes" enthielt herrliche Cello-Perlen abseits der üblichen orchesterbegleiteten Konzertliteratur. Es war ein Album mit kurzen, aber intensiven musikalischen Stationen, mit virtuosen, kantablen, melancholischen oder tänzerischen Stücken aus der Klassik-Welt, aber auch aus deren Grenzen - etwa aus der Filmmusik. Jetzt legt Vogler das Nachfolgealbum vor: "My Tunes 2". Viele Musiker wissen: Nicht nur bei den großen Konzerten von Elgar, Dvorak, Haydn oder Boccherini zeigt sich die wahre Musikalität eines Künstlers. In den kleinen Piècen muss er auf engstem Raum seine Kreativität und seine Raffinesse beweisen. Der vielfach preisgekrönte charismatische Jan Vogler, der unter anderem den ECHO-Klassik einheimste, zeigt sich jenseits seiner großen Podiumskarriere als ganz besonders begabt. "My Tunes 2" deckt ein reiches Spektrum ab: Es reicht von sich steigernden Paganini-Variationen über Rimsky-Korssakoffs "Hummelflug" zu großen gesanglichen Momenten wie dem "Schwan" von Camille Saint-Saëns oder Schuberts "Ave Maria" bis zu Stücken von Fritz Kreisler oder Richard Wagners herrlichem Wesendonck-Lied "Träume" - alles stilgerecht bearbeitet für die Dresdner Kapellsolisten, die unter der Leitung von Helmut Branny begleiten. Viele der Stücke beschäftigen Vogler schon Jahrzehnte: So spielte er nach eigenem Bekunden den "Schwan" zum ersten Mal mit zehn, Paganinis "Cantabile" hörte er schon als Kind: "Schon damals liebte ich den geradezu wienerischen Charme und die Elastizität der Melodie, die zugleich intensiv und entspannt daherkommt". Das Geheimnis ist zum einen die Nähe des Cellos zur menschlichen Stimme - immerhin handelt es sich um das einzige Streichinstrument, das alle Register vom Bass bis zum Sopran in sich vereint. Zum anderen bietet sich die Möglichkeit, wie Vogler sagt, "dass man in diese Stücke als Interpret all seine Gefühle und Fantasien legen kann. Die sogenannten ‚Gassenhauer' pfiffen die Kinder schon auf den Gassen von Wien, und Beethoven und Mozart hörten so ihre liebsten Melodien." Jan Vogler, Dresdner Kapellsolisten, Helmut Branny - My Tunes 2 (Sony Classical) | |