| Er war wahrscheinlich der letzte romantische Komponist überhaupt. In seinem Werk begegnen sich monumentale, instrumentatorisch ausgeklügelte Sinfonik und einfache volksnahe Lieder. Seine Sinfonien gelten als Seelenlandschaften vor dem Hintergrund gewaltiger apokalyptischer oder idyllischer Naturszenen. In seiner zweiten Sinfonie hat er den Weltuntergang, in seiner dritten die Weltentstehung dargestellt - und immer ist seine Musik doch ein unmittelbarer Ausdruck seiner eigenen Gefühlswelt. Gustav Mahler war zu Lebzeiten einer der berühmtesten Dirigenten. 1860 in Böhmen geboren, schlug er nach dem Studium am Wiener Konservatorium eine Kapellmeisterkarriere ein, die ihn nach den Stationen Bad Hall, Ljubljana, Olmütz, Kassel, Prag, Leipzig, Budapest und Hamburg schließlich an eines der bedeutendsten Opernhäuser der Welt führte: An die Kaiserliche Hofoper in Wien. Seine Sinfonien, die zur Zeit ihrer Uraufführung kaum beachtet wurden, schuf er in den Sommerferien, wenn er sich am Attersee oder in Tirol in sogenannte "Komponierhäuschen" zurückzog. Sein Werk hat sich mittlerweile in den Konzertsälen durchgesetzt. Anlässlich des doppelten Mahler-Jubiläums - er wurde vor 150 Jahren geboren; ins nächste Jahr fällt sein hundertster Todestag - erscheint die Gesamtaufnahme der Sinfonien und Orchesterlieder unter der Leitung des 2001 verstorbenen Dirigenten Giuseppe Sinopoli in der renommierten Eloquence-Serie. Sinopoli stand hier am Pult der Staatskapelle Dresden und des Philharmonia Orchestra - beides Klangkörper, denen er als Chefdirigent vorstand. Giuseppe Sinopoli - Mahler: Die 10 Sinfonien und Orchesterlieder (Deutsche Grammophon/Universal) | |