| Wagners Liebestode - Zu Beginn der neuen Spielzeit 2010/11 beginnt ein neues Kapitel in der Wiener Musikgeschichte: Der Dirigent Franz Welser-Möst, einer der erfahrendsten Orchesterleiter unserer Zeit mit einer erfolgreichen Vorgeschichte an der Spitze der Oper in Zürich, wird sein Amt als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper antreten. Welser-Möst besitzt weltweit Beziehungen zu großen Orchestern - so etwa zum Cleveland Orchestra, mit dem ihn eine fruchtbare Zusammenarbeit verbindet. Diese setzt er mit einer Wagner-Einspielung fort, bei der freilich nicht die Oper im Vordergrund steht, sondern das berühmte Liedschaffen Wagners. Die "Wesendonck-Lieder" entstanden für Sopran und Klavier. Allerdings verdanken wir dem Dirigenten Felix Mottl eine kongeniale romantische Instrumentierung, die hier die Sopranstimme der Kanadierin Measha Brueggergosman einbettet. So unverstellt wie sonst nirgends hat Wagner den Blick in die eigene Seele freigegeben. Die Texte der Lieder stammen von Mathilde Wesendonck, in deren Ehemann Wagner einen bewundernden Gönner fand. Der Komponist "bedankte" sich dafür auf ungeschickte Weise: Er begann mit Mathilde Wesendonck ein Verhältnis, das auch seine eigene Ehe ruinierte. Die Lieder voller Liebessehnsucht beschwören bereits die Welt des "Tristan" herauf - und in diesen Rahmen setzt Welser-Möst die Stücke im CD-Programm auch: Sie sind umgeben von Wagners berühmtesten Orchesterstücken, darunter auch "Vorspiel und Liebestod" aus "Tristan und Isolde". Franz Welser-Möst, Measha Brueggergosman - Wagner. Orchesterstücke & Wesendonck-Lieder (Deutsche Grammophon/Universal) | |