Klaus Florian Vogt, der Bayreuther Shooting-Star im Live-Recital - Wenn Klaus Florian Vogt von der Opernbühne in den Orchestergraben blickt, wird er sich manchmal an die Zeit erinnern, als er noch dort unten saß: Einst spielte der Sänger Horn – als Mitglied der Philharmoniker Hamburg. Von der Fachpresse vor allem als Lohengrin gefeiert, sorgte er 2011 bei den Bayreuther Festspielen für Aufsehen. Jetzt stellt er seine Debüt-CD „Helden“ vor.
Einen Monat vor seinem Bayreuther Erfolg gab der Sänger ein Recital mit Orchester in der Deutschen Oper Berlin. Natürlich darf auch hier der Lohengrin-Moment schlechthin, die „Gralserzählung“ („In fernem Land“), nicht fehlen, aber über den Schwanenritter hinaus zeigt die Aufnahme, die in einer Sonderedition mit Bonus-DVD erhältlich ist, viele Facetten: Begleitet vom Orchester der Deutschen Oper Berlin präsentiert sich Vogt zum Beispiel als Tamino in Mozarts „Zauberflöte“ – als Rückblick auf seine Zeit als Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper. Weitere Helden, denen er sich widmet, sind etwa Stolzing aus den „Meistersingern“ – die Partie, mit der Vogt 2001 an der Mailänder Scala debütierte. Auch die romantischen Wagner-Vorläufer kommen nicht zu kurz - etwa die gegen das unerbittliche Schicksal böser Mächte kämpfende Figur des Max aus Webers „Freischütz“. In der großen Szene „Durch die Wälder, durch die Auen“ beweist Vogt immenses dramaturgisches und musikalisch-schauspielerisches Talent. In Lortzings „Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen“ aus „Zar und Zimmermann“ schlüpft der Tenor gar in die noble Figur eines französischen Gesandten, und er wendet sich von der romantischen Oper hin zu einer Gattung, für die er - wie er jüngst in einem Interview verriet - eine Schwäche hat: die Operette. Kein Zweifel: Auf die weitere Entwicklung dieses Shootingstars darf man gespannt sein!