Im Rausch der Romantik - Kaum hatte Ray Chen sein erstes Album „Virtuoso“ vorgelegt, da hatte er schon seinen Namen als Newcomer des Jahres 2011 weg. Schon als 15-Jähriger studierte der geborene Taiwanese, der in Australien aufwuchs, am Curtis Institute. Der Preis für den Sieg bei den Young Concert Artists International Auditions war das Recht, eine Stradivari von 1721 leihweise in Besitz zu nehmen. Dieses Instrument, verbunden mit Ray Chens Technik und seinem phänomenalen Sinn für große musikalische Strukturen, zeichnet auch seine zweite Einspielung aus. Die Violinkonzerte von Mendelssohn und Tschaikowsky waren für Chens künstlerische Entwicklung besonders bedeutend. So gelang ihm mit Mendelssohn der Sieg beim Yehudi-Menuhin-Wettbewerb 2008. Im Jahr darauf errang er mit seiner Interpretation des Tschaikowsky-Konzerts den 1. Preis beim Queen-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel. Freilich sind diese Aufnahmen mehr als Reminiszenzen der ersten steilen Kurve einer Weltkarriere. Zusammen mit dem transparenten und gerade eleganten Dirigat von Daniel Harding bilden sie wohltuend kitschfreie Deutungen zweier Schlachtrösser der Violinliteratur.
(Sony Classical)