Ein Amerikaner in Paris – aber Joshua Bell bewegt sich mit seinem Klavierpartner Jeremy Denk nicht auf den Spuren von George Gershwin, sondern eher auf denen von Marcel Proust und dessen Versenkungen in der „Suche nach der verlorenen Zeit“. Die französische Kammermusik der Spätromantik und Frühmoderne besitzt eine erzählende, assoziative Seite – und immerhin spielt ja die erste Violinsonate von Camille Saint-Saëns, neben Werken von Ravel und Franck ein Glanzstück dieses Recitals, in dem literarischen Mammutwerk eine große Rolle. Kaum zu glauben, dass sich Bell hier seit 1996 zum ersten Mal wieder einem Album mit klassischen Sonaten widmet. Seine Fähigkeiten als Kammermusiker hätten noch mehr solcher Projekte verdient.
(Sony Classical)