Komponisten, die man nicht kennt, haben eine Bezeichnung weg: „Kleinmeister“ nennt man sie in Fachkreisen, und mit diesem Begriff kann man den Oboisten Albrecht Mayer ärgern: „Es ist ein Begriff, den ich hasse. Kleinmeister bedeutet nur, dass wir diese Komponisten nicht mehr kennen. Aber sie haben herrliche Musik komponiert." Mit seinem Album „Schilflieder“ setzt er ihnen ein Denkmal, und gleichzeitig unternimmt die CD eine Reise in die unbekannteren Gefilde der deutschen Romantik, wobei Robert Schumann immerhin die Zugkraft des Berühmten besitzt. Wie oft in romantischer Kammermusik ist der Bezug zum Lied stets präsent, so etwa Schumanns Romanzen. Die titelgebenden „Schilflieder“ stammen von August Klughardt, der sie nach Naturgedichten für Oboe, Viola und Klavier komponierte – eine wunderbare Gelegenheit für Mayer, nicht nur mit dem Pianisten Markus Becker, sondern auch mit der Bratschistin Tabea Zimmermann zusammenzuarbeiten. Heinrich von Herzogenberg ist Schöpfer eines herrlichen Trios für Oboe, Horn und Klavier – gespielt mit der Hornistin Marie-Luise Neunecker.
(Decca/Universal)