Der Begriff "Dialog" umschreibt wohl am besten die Idee, die sich hinter der Kombination dieser beiden berühmten Violinkonzerte verbirgt. Ganz bewusst hat Berg sein letztes Werk im Spannungsfeld zwischen Tradition und Revolution, zwischen tonaler Musik und heraufziehender "serieller" Ästhetik angesiedelt - und er beschwor damit all das Verlorene, das ihm einst so teuer war. Ein Jahrhundert zuvor schon hatte Beethoven die klassizistische Formensprache dekonstruiert, um der Solovioline zu ihrem eigenen Recht zu verhelfen und sie in den Status eines Subjekts zu erheben. Dieser leidenschaftliche Austausch zwischen der "Seele" der Violine und dem "Chor" des Orchesters ist das Ergebnis einer wunderbaren Begegnung zwischen zwei ganz großen Künstlern unserer Zeit.
(Harmonia Mundi France)