Khatia Buniatishvili // Rachmaninoff: Klavierkonzert 2 op.18 & 3 op.30

Allein der Beginn von Rachmaninows 2. Klavierkonzert, in dem die georgische Pianistin Khatia Buniatishvili eine gewaltige Steigerung aufbaut, die sogleich in das lyrische Thema des ersten Satzes übergeht, ist ein Genuss. Buniatishvili ist aber auch eine Pianistin, die den enormen Kraftentladungen der beiden Klavierkonzerte Nr. 2 und 3, die sie hier mit dem Czech Philharmonic Orchestra unter Paavo Järvis zupackender, enorm konturierter Leitung eingespielt hat, mehr als gewachsen. Die Läufe und Dialoge mit dem Orchester gestalten sich geradezu explosiv. Weiterlesen ›

Grigory Sokolov // Mozart & Rachmaninov: Concertos

Wenn Grigory Sokolov die ersten Töne der Exposition in Rachmaninows 3. Klavierkonzert anschlägt, scheint alles beinah zu schweben. Berückend formt der russische Pianist die melodische Linie und reißt das Orchester mit, um gleich beim ersten Ausbruch ein Höchstmaß an Energetik und Virtuosität an den Tag zu legen. Sokolov spielt manche Passagen wirklich in atemberaubendem Tempo. Und dabei ist es doch ein Merkmal dieses Pianisten, dass er sich so gar nicht in die Rolle eines Selbstdarstellers und in das Schema eines modernen Konzertbetriebs fügen mag. Weiterlesen ›

Beatrice Rana // Bach: Goldberg-Variationen

Selbst die größten Pianisten haben sich bisher immer eine lange Zeit der Reifung genehmigt, bevor sie Bachs Goldberg-Variationen gespielt und aufgenommen haben. Da überrascht es schon, dass die erst 24 Jahre alte Italienerin Beatrice Rana das Mammutwerk bereits jetzt auf CD einspielt, nachdem sie erst 2015 ihr Debütalbum mit Tschaikowsky und Prokofjew vorgestellt hatte. Weiterlesen ›

Antoine Tamestit & Cédric Tiberghien // Bel Canto

Wie klingen wohl die schönsten Belcanto-Arien Italiens, gespielt auf der legendären Stradivari-Viola „Mahler“ von 1672 und einem Steinway-Flügel? Und vor allem gespielt von dem einzigartigen Antoine Tamestit, begleitet von dem kongenialen Cédric Tiberghien. Der dramatisch leidende Duktus zu Beginn der Arie „Il faut partir“ aus Gaetano Donizettis Oper „La Fille du Regiment“, der im Original von einer Oboe geblasen wird, klingt in der Bearbeitung für Viola und Klavier noch viel berührender. Weiterlesen ›

Rafał Blechacz // Johann Sebastian Bach

Der polnische Pianist Rafał Blechacz hat seinen Pianistenkollegen in dieser Hinsicht schon einiges voraus. Er kann nicht nur Klavier, sondern auch Orgel spielen und legte damit schon in jungen Jahren die Grundlage für seine Bach-Begeisterung. Wie aber beeinflusst dieser Zugang nun Blechaczs Bach-Interpretationen? Weiterlesen ›

Alexander Krichel // Miroirs

In Alexander Krichels Interpretation von Maurice Ravels „Gaspard de la nuit“ läuft dem Hörer wahrlich ein Schauer über den Rücken. In den aus Motiven romantischer Schauergeschichten entlehnten Sujets dieses Klavierzyklus’ findet der junge Pianist und große Ravel-Verehrer zu teilweise unwirklich schwebenden Klangkaskaden. Etwa dort, wo die Wasserfee Undine durchs Wasser gleitet, umgeben von Wellen und Strudeln, aber trotzdem leicht und unerreichbar. Krichel malt die Bilder dieser Musik wie ein Impressionist seine Gemälde mit changierenden Farben. Weiterlesen ›

David Fray // Chopin: The Piano Works

An Chopin interessiert den 35-jährigen französischen Pianisten David Fray besonders das Fragile, Unvorhergesehene und Formbare. In Bezug auf sein erstes Chopin-Album sprach er von der Kunst beim Interpretieren dieser Musik, die Inspiration jeweils aus dem Moment heraus zu schöpfen. Chopins einzigartige Werke sind niemals planbar, weshalb Frays Herangehensweise zuweilen auch tastend, ja improvisatorisch zu klingen scheint. Der Pianist hat mit diesem Album einen Damm gebrochen. Weiterlesen ›

Johannes Moser & Andrei Korobeinikov // Werke für Cello und Klavier

Es ist Johannes Mosers zweites Pentatone-Album nach seiner hochgelobten Einspielung der Cellokonzerte von Dvořák und Lalo. „Diesmal wollte ich unbedingt eine CD mit reinem russischen Repertoire aufnehmen“, sagt der 37-jährige Münchner, „denn mit dem russischen Pianisten Andrei Korobeinikov habe ich einen wahren Meister der russischen Musik an meiner Seite.“ Weiterlesen ›

Martin Stadtfeld // Chopin+

Die Nähe von Chopins Etüdenzyklen zu Bach ist gar nicht so weit hergeholt. Für Martin Stadtfeld, der Chopins Etüden in seinen Konzerten ebenso häufig spielt wie etwa Bachs Präludien und Fugen, ist diese Nähe schon allein in der Tatsache begründet, dass beide Komponisten die Idee verfolgten, „einen einzigen Gedanken einem Werk zugrunde zu legen und diesen in aller Stringenz herauszuarbeiten.“ Weiterlesen ›