Philippe Jaroussky // Händel: Partenope

Philippe Jaroussky - PartenopeSchöne Frauen werden nun einmal von interessierten Männern bedrängt und umworben. Das geht auch der Titelfigur „Partenope“ in Händels 1730 uraufgeführter Oper so. Hier aber weiß sich die attraktive Königin von Neapel gut zu wehren, denn sie liebt nur Arsace. Man kann sich vorstellen, dass die Begegnungen der Liebenden, die bei dieser umwerfend gelungenen Studio-Produktion von Karina Gauvin und Philippe Jaroussky gesungen werden, zu den aufregendsten Stellen gehören. Händel spart nicht mit Witz und Ironie, wenn er mit typisch barocken Mitteln wie Verkleidungen und Geschlechtertausch sein Opernpersonal in peinliche Situationen bringt. Philippe Jaroussky hatte erst gezögert, die Partie des Arsace zu singen, weil es sich seiner Ansicht nach um eine Alto-Partie handele, die er nicht so gewohnt sei zu singen. „Meine Stimme erlaubt mir aber“, sagt er, „die weibliche Seite von Arsaces Charakter im Kontrast zu den beiden weiblichen Hauptrollen Partenope und Rosmira herauszustellen, die übrigens beide maskuliner sind als Arsace selbst.“ Es ist schon das zweite Mal, dass Jaroussky mit Karina Gauvin zusammenarbeitet, die die Partenope singt. Genauso freut sich der weltberühmte Countertenor aber auch über die Begleitung des Ensemble Il Pomo d’Oro und Riccardo Minasis. „Die Arbeit mit italienischen Ensembles hilft mir ungemein, die Sprache der Musik und die Nuancen der Texte zu verstehen.“

Philippe Jaroussky – Partenope (Erato/Warner Classic) 3CD 2564609007 // ab 06.11.2015 im Handel