Sol Gabetta // Vasks – Presence

PeterisDie Musik des lettischen Gegenwartskomponisten Peteris Vasks ist ungemein intensiv, kann emphatische Züge annehmen, bezieht aber auch Volksliedhaftes seiner lettischen Heimat mit ein. Er habe immer davon geträumt, sagte der 1946 geborene Vasks einmal, dass seine Musik dort zu hören wäre, wo sich unglückliche Menschen aufhielten – in Krankenhäusern und Gefängnissen, in überfüllten Bahnen und Bussen. Tröstend und fragend solle seine Musik gleichermaßen sein. Diese Äußerung ist natürlich symbolisch zu verstehen, so wie auch viele Werktitel von Vasks Stücken – zum Beispiel „Klatbutne“, was im Deutschen „Gegenwart“ bedeutet – symbolisch zu verstehen sind. Die oft tonale, aus langen Kantilenen gebildete Melodik seiner Werke, aber auch die rhythmisch zuweilen aufwühlenden schnellen Sätze sind so ganz Sol Gabettas Leidenschaft. „Das immer wieder Faszinierende für mich ist“, sagt Gabetta, „dass Vasks im Prinzip mit einfachen Mitteln arbeitet.“ Vasks widmete Gabetta sein 2. Cellokonzert „Klatbutne“, das die Cellistin mit der Amsterdam Sinfonietta im Oktober 2012 im belgischen Gent zur Uraufführung brachte. Drei Jahre später nun erscheint die Weltersteinspielung dieses faszinierenden Werks zusammen mit dem zweisätzigen „Gramata cellam“, dem sogenannten „Buch“ für Cello solo, und dem Duo „Musique du Soir“ für Cello und Orgel, bei der Gabetta von ihrer Mutter Irène Timacheff-Gabetta begleitet wird.

Sol Gabetta – Vasks – Presence (Sony Classical) CD 88725423122 // ab 06.11.2015 im Handel