Hélène Grimaud // Water

WaterMit dem Begriff und dem Wesen des Wassers haben sich schon etliche Komponisten auseinandergesetzt. Man denke nur an Richard Wagner und den Beginn seines Musikdramas „Rheingold“ oder Claude Debussys „La Mer“. Im Wasser bricht sich das Licht auf vielfältige Weise. Es existiert in drei Aggregatzuständen: flüssig, gefroren und gasförmig. Und es fließt und gleitet an uns vorüber wie die Musik selbst. Weil es als „Prinzip aller Dinge“ gilt, hat das Wasser auch in den Religionen einen hohen Stellenwert, und kein Geringerer als Goethe vergleicht den Wasserkreislauf sogar mit dem Werden und Vergehen des Daseins. Irgendwie lag es ja nah, einmal Klavierwerke auf einem Album zu vereinen, die sich alle mit diesem Element auseinandersetzen. Hélène Grimaud aber ist noch einen Schritt weiter gegangen. Sie wollte nicht allein Werke einspielen, die das Wasser naturalistisch schildern. Sie empfindet ihr neues Album „Water“ als eine „Meditation über die verschiedenen Inkarnationen des Wassers und auch über die Rhythmen und Stimmungen, die es evoziert.“ Dazu hat sie den Keyboarder, Gitarristen und Soundengineer Nitin Shawney beauftragt, kurze verbindende „Transitions“ zu komponieren, die in fließenden Übergängen Ravels „Jeu d’eau“ mit Faurés Barcarolle No. 5 oder Luciano Berios „Wasserklavier“ mit Toru Takemitsus „Rain Tree Sketch“ verbinden. Eine verzauberte, entrückte Klangwelt trifft hier auf den reinen Klavierklang.

Hélène Grimaud – Water (Deutsche Grammophon/Universal Music) 2LP 4795433 / Ltd. Digi CD 4793426 / CD 4795268 // ab 29.01.2016 im Handel