Martin Fröst // Roots

Martin Fröst - RootsMit dem ersten Album im Rahmen seines gerade abgeschlossenen Sony-Classical-Exklusivvertrags hat sich der schwedische Klarinettist Martin Fröst gleich Großes vorgenommen.
„Meine Inspiration“, so sagt der 45-Jährige zu den programmierten Stücken, „war die Entwicklung der Musik von ihren ersten Ursprüngen an.“ Weder Herkunftsländer der Komponisten noch Stile, weder Epochen noch Genres sollten ihm dabei irgendwelche Grenzen setzen. Und wirklich taucht der Hörer gleich beim ersten Track mit einer von Jonas Forsel für Klarinette arrangierten „Ancient Suite“ nach Melodien der mittelalterlichen Mystikerin Hildegard von Bingen in die Musik des 12. Jahrhunderts ein. Dann gibt es einen Sprung zu Georg Philipp Telemann und gleich danach einen wild entfesselten Klezmer-Tanz von Martin Frösts jüngerem Bruder Göran.
Es reizt den Klarinettisten, die Gegensätze zwischen Jazz, Klassik und Avantgarde auszuleben. Die Tracks folgen fast ohne Pause aufeinander, „damit man sieht“, so Fröst, „wie geschlossen die Musikgeschichte über die Jahrhunderte hinweg betrachtet werden kann.“ Neben dem fantastisch musizierenden Royal Stockholm Philharmonic Orchestra tritt auch der Adolf-Fredriks-Mädchenchor auf. Nach einem Ausflug in rumänische Volkstänze geht’s gleich darauf nach Spanien und später sogar nach Argentinien mithilfe des „La muerte del ángel“ von Astor Piazzolla. Fröst hat außerdem Aufträge an schwedische Avantgardisten wie Anders Hilborg und Hans Ek vergeben. Und weil das Schwedische in seinem Repertoire dann doch eine prägende Rolle spielt, sind ein schwedischer Psalm und das Werk „Introduktion und Variationen über ein schwedisches Lied“ von Bernhard Henrik Crusell enthalten.
Mit der Live-Premiere des Programms „Roots“ im Dezember 2015 startete ein Projekt, in dessen Rahmen der Klarinettist drei Jahre lang mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra die Ursprünge der Musik ergründen will.

Martin Fröst – Roots (Sony Classical) CD 88875065292 // ab 05.02.2016 im Handel