Vilde Frang // Britten, Korngold: Violinkonzerte

Vilde Frang-ViolinkonzerteBeseelt und eindringlich spielt die norwegische Geigerin Vilde Frang das Violinkonzert op. 35 von Erich Wolfgang Korngold. Die pure Romantik im Kopfsatz Moderato nobile an der Grenze zum Schmachtenden lässt sie in hinreißenden Kantilenen hervorbrechen und zaubert im langsamen Satz Töne in empfindlichsten Höhen hervor. Korngolds vielschichtige Musik, die auch durch ihre plötzlichen Brüche eine ungeheure Lebendigkeit erzeugt, ist so ganz die Sache Frangs, die nie dem Mainstream folgen will und immer nach dem Besonderen sucht. Tatsächlich erzählt die resolute junge Künstlerin, dass ihre Agentur nicht immer begeistert reagieren würde, wenn sie die weniger populären Violinkonzerte von Korngold, Britten oder Schönberg aufs Programm setzen lässt. „Aber ich glaube“, so sagte sie erst vor Kurzem in einem Interview beim Schweizer Radio, „das spielt weder fürs Publikum noch für mich eine Rolle, denn ich sehe mich als Pilgerin mit einer Mission, als Repräsentantin des Werkes. Und dabei zählt die Leidenschaft.“
Leidenschaftlich und hochvirtuos, aber einem ganz anderen Klangidiom als Korngold entspringend, klingt auch das Violinkonzert op. 15 von Benjamin Britten. Hier kommt es vor allem im Agitato auf Präzision im Zusammenspiel mit dem fantastischen Frankfurter Rundfunksinfonieorchester an, das James Gaffigan sicher über alle Klippen dieser anspruchsvollen Partitur lenkt.

Vilde Frang – Violinkonzerte (Warner Classics) CD 2564600921 // ab 26.02.2016 im Handel