Anna Vinnitskaya // Bach-Brahms

Anna Vinnitskaya- Bach-Brahms„Mein Ziel ist es, so zu spielen, dass die Leute den Eindruck bekommen, ich erzähle etwas, wie es ein guter Film oder ein gutes Buch tun“, hat Anna Vinnitskaya erst vor Kurzem in einem Interview gesagt. Auf ihrer neuen, Johann Sebastian Bach und Johannes Brahms gewidmeten CD erzählt die aus dem russischen Noworossijsk stammende und heute in Hamburg lebende und lehrende Pianistin nun wieder neue Geschichten in Tönen in ihrer ganz eigenen Sprache. Die Bach-Chaconne für die linke Hand, die der große Bach-Bewunderer Johannes Brahms auf der Grundlage der D-Moll-Partita BWV 1004 einmal geschaffen hat, klingt bei Vinnitskaya ruhig und in sich gekehrt. Man spürt, wie die Pianistin jeden Takt verinnerlicht und das Stück unverfälscht ganz aus sich selbst wirken lässt. Jeder Anschlag ist gefühlvoll, überlegt, jede Phrase wirkt innerlich mitgesungen und jede dynamische Steigerung ausbalanciert. Das gilt nicht weniger für die Klavierstücke op. 76 und die späten Sieben Fantasien op. 116 von Brahms, bei denen Vinnitskaya trotz der oft geballten Leidenschaft stets zu unerhörter Zartheit zurückfindet. Überall gelangt die Hamburger Klavierprofessorin auf frische, noch nicht erforschte Wege, die sie bei früheren Interpretationen so noch nicht gegangen ist. „Ich verändere mich ja auch“, sagt sie, „Als Mutter, durch meine Professur und durch gesammelte Lebenserfahrung. Immer auf der Suche nach der ‚Goldenen Mitte’!“

Anna Vinnitskaya – Bach-Brahms (Alpha/note 1 music) CD ALP231 // ab 04.03.2016 im Handel