Lubomyr Melnyk // Illirion

Lubomyr Melnyk - IllirionLubomyr Melnyk wurde 1948 in München geboren, dennoch würde er nicht auf die Idee kommen, sich als deutscher Komponist und Pianist zu bezeichnen. Als Sohn ukrainischer Eltern übersiedelte er bereits 1950 nach Winnipeg in Kanada, wo er bis heute, mit einer kurzen Unterbrechung als Pianist und Komponist für Tanztheatergruppen in Paris, lebt. Viel hat Melnyks musikalische Sprache mit dem Minimalismus Amerikas zu tun, wenn sich seine Stilistik davon aber auch in vieler Hinsicht wieder unterscheidet. Die ganze Bandbreite der von ihm entwickelten, sogenannten „Continuous Music“ zeigt Lubomyr Melnyk auf seinem Debütalbum „Illirion“ bei Sony Classical am Beispiel von fünf eigenen und selbst eingespielten Klavierkompositionen.
Als „schnellster Pianist der Welt“ gepriesen, der mit einer, wenn auch gewaltlosen, „Kung-Fu-Technik“ den Flügel zu bearbeiten versteht, wurde Melnyk schon oft charakterisiert. Das sagt aber wenig über den eigenwilligen Zauber seiner Musik, in dem der unaufhaltsame Fluss und die nahezu ununterbrochene Motorik Wellenbewegungen freisetzt, denen man sich nicht entziehen kann. Der Hörer wird mitgerissen und verliert im Rausch die Orientierung über die Einzelereignisse, was in der Absicht Melnyks steht. Fast 19,5 Einzelnoten soll Melnyk pro Sekunde zu spielen fähig sein. Dabei hält der Pianist das Klavierpedal oftmals gedrückt, sodass die Klänge verschwimmen und miteinander verschmelzen.

Lubomyr Melnyk – Illirion (Sony Classical) CD 88985315582 // ab 06.05.2016 im Handel