Ausgabe Herbst (September 2016)

Liebe Leserin, lieber Leser,

große Sänger geben auf dem Tonträgermarkt in diesem Herbst den Ton an. Allen voran der unvergessene Fritz Wunderlich, der vor 50 Jahren im Alter von 36 Jahren auf so tragische Weise ums Leben kam. Bislang unveröffentlichte Archivaufnahmen des Bayerischen Rundfunks kommen bei BR-Klassik/Naxos heraus, und die Deutsche Grammophon hat aus ihren Wunderlich Schätzen „50 Greatest Tracks“ hervorgezaubert. Wie es der Zufall will, hat Anna Netrebko im Rahmen ihres aktuellen „Verismo“-Albums auch eine Arie aus „Andrea Chenier“ eingesungen, jener Giordano-Oper, die ihr Kollege Jonas Kaufmann mit dem Royal Opera Orchestra gerade komplett aufgenommen hat. Seinen 70. Geburtstag begeht im Dezember José Carreras, der gerade auf Welttournee ist und bei Sony seine ureigene Auffassung eines „Life in Music“ präsentiert. Ian Bostridge entdeckt seine Leidenschaft für Shakespeare, während der blinde Tenor und ehemalige Straßensänger Nahuel Pennesi aus Kolumbien mit Christina Pluhar die Orpheus-Sage einmal aus einer ganz neuen, faszinierenden Perspektive betrachtet. Neuland betritt auch der Tenor Daniel Behle mit einer Hommage an seine Geburtsstadt Hamburg und ungewöhnlichen Evergreen-Arrangements für Sänger und Klaviertrio.
Was Sängersolisten können, können Chöre natürlich auch. Der estnische Spitzenchor Vox Clamantis veröffentlicht bei ECM ein faszinierendes Album mit Werken des berühmtesten Komponisten seines Landes, Arvo Pärt. In Rom dagegen hat es die Deutsche Grammophon inzwischen geschafft, Aufnahmen in der Sixtinischen Kapelle mit dem dort ansässigen Chor zu realisieren. Um sakrale Musik, allerdings keine aus dem katholischen Umfeld, geht es anlässlich des Reformationsjubiläums auch bei Ludwig Güttlers neuem Album „Ein feste Burg – Luther in der Musik“. Güttlers Bläserkarriere begann ja schon vor langer Zeit und dürfte gewiss Ansporn für Newcomer wie die erst 16 Jahre alte Blockflötistin Lucie Horsch sein, die ihr Debütalbum bei Decca herausbringt. Unter den Pianisten brilliert indes Lang Lang mit einer sehr persönlichen Hommage an New York, während Daniil Trifonov ein Liszt-Album und Alexandre Tharaud ein Rachmaninow-Album veröffentlichen. Für all jene schließlich, die es etwas ausgefallener lieben, sei die eigenwillige, legendäre Aufnahme „Message From G“ des Pianisten Friedrich Gulda wärmstens empfohlen.

Vom 24. Bis 29. Oktober feiern wir die diesjährige Plattenladenwoche, mit exklusiven Editionen, Live-Auftritten und interessanten Events vor Ort in Ihren Plattenläden. Wir freuen uns auf Sie!

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