Cappella Gabetta // Musik am Hof der habsburger

04_Cappella GabettaWer einmal die Wiener Hofburg, die Schlösser Schönbrunn und Belvedere besucht, erhält einen Eindruck von der Pracht der habsburgischen Monarchie. Die Förderung der Musik, aber auch das Sammeln von Kunstgegenständen gehörte seit dem 16. Jahrhundert zu den großen Leidenschaften der Habsburger. Für viele Barockkomponisten wie den Italiener Angelo Ragazzi oder die Wiener Joseph Umstatt und Joseph Timmer kam eine Mitgliedschaft in der Wiener Hofmusikkapelle zur Zeit Karls VI. von Habsburg einem Ritterschlag gleich. Wer in diesem Ensemble eine Anstellung fand, hatte den Durchbruch geschafft. Werke, die die Wiener Hofmusikkomponisten für die mächtigsten Herrscher Europas im 18. Jahrhundert anfertigten, stellt die von Sol Gabetta und ihrem Bruder gegründete Cappella Gabetta unter Leitung des Barockgeigers Andrés Gabetta teilweise in Ersteinspielungen auf ihrer neuen CD vor. Auch Vivaldi hatte sich in Wien einst mit dem Violinkonzert „La Cetra“ RV 358 beworben, das Andrés Gabetta hier zauberhaft als Solist und Dirigent in Personalunion spielt. Obwohl Vivaldi später so berühmt wurde, konnte er die Gunst der Habsburger nicht erringen. Hochvirtuos sind Ragazzis Violinkonzerte mit dem irreführenden Titel Sonata à 4 und das in einer Weltersteinspielung enthaltene Concerto à 5 von Joseph Timmer. Viele Manuskriptvorlagen dieser CD lagern in der Österreichischen Nationalbibliothek.

Cappella Gabetta – Musik am Hof der Habsburger (Sony Classical) CD 88875194662 // ab 03.06.2016 im Handel