Glauco Venier // Miniatures

10_GlaucoDie Einbindung von Schlagzeuginstrumenten in der Kammermusik unserer Tage hat mittlerweile viele neue Klänge hervorgebracht. Die Klangräume und -mischungen, die der bereits mit einem Grammy ausgezeichnete italienische Jazzpianist und Schlagzeuger Glauco Venier auf seinem neuen Album „Miniatures“ präsentiert, sind noch einmal anspruchsvoller, ungewohnter, überraschender und faszinierender. Ausgestattet mit Glocken, Gongs und metallischen Schlagwerkinstrumenten schafft Venier eine teilweise sphärische, auch mal verträumte und stets sich verwandelnde Klangwelt. Das Klavier konterkariert die Schlagzeugklänge, ist aber meist für die melodische Linie verantwortlich. Außermusikalische Bezüge vermeidet Venier keineswegs. Da gibt es einen Track mit dem auf den großen Renaissancemaler bezogenen Titel „Tizian’s Paintings“ oder einen Titel „Byzantine Icon“. Keineswegs ist es zwingend, die Inhalte oder programmatischen Ideen dahinter auch zu kennen. Die musikalischen Strukturen erschließen sich bei „Prayer“, „Madba“ oder „Krunk“ ganz von allein. Veniers Background im Jazz bestimmt vor allem den harmonischen Aufbau mancher Stücke. Man sollte sich aber hüten, den Komponisten und Pianisten in irgendeine Schublade stecken zu wollen. Das hat Glauco Venier ja bereits in seiner Zusammenarbeit mit dem Klarinettisten Klaus Gesing und der Sängerin Norma Winstone eindrucksvoll bewiesen.
Glauco Venier – Miniatures (ECM/Universal Music) CD 4780266 // ab 10.06.2016 im Handel