Philippe Jaroussky // Bach & Telemann: Sacred Cantatas

21_jarousskyDer Countertenor-Megastar Philippe Jaroussky feiert derzeit hierzulande wahre Triumphe: Als Artist in Residence beim Konzerthaus Berlin – und bald bei der NDR-Konzertreihe „Das Alte Werk“, außerdem bei spektakulären Konzerten wie der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie im Januar. Nun singt der Franzose erstmals in deutscher Sprache und widmet sich dabei dem geistlichen Werk Johann Sebastian Bachs. Zwei der berühmtesten Bach-Kantaten verbinden sich mit den Schwesterwerken von Georg Philipp Telemann zu einem Programm, das auch die 500-jährige Reformation feiert. Mit dem Freiburger Barockorchester steht ihm beim neuen Album „Sacred Cantatas“ eines der renommiertesten deutschen Alte-Musik-Ensembles zur Seite. Der Grundstein für dieses Album wurde im Winter 2015 gelegt, als Philippe Jaroussky und das Freiburger Barockorchester die geistlichen Kantaten erstmals vor Publikum aufführten. Es war das erste Mal, dass er in deutscher Sprache vor deutschem Publikum sang. „Die Stimme eines Engels“, schrieb der „Berliner Tagesspiegel“. Es war deutlich zu erkennen, dass Philippe Jaroussky das Zeug hat, das Drama in Telemanns Kantate „Der am Ölberg zagende Jesus“ in seiner ganzen Wucht auszudrücken. Andreas Göbel schreibt auf kulturradio.de: „Und in einer der schönsten Bach-Arien, „Schlummert ein, ihr matten Augen“, findet der Countertenor zu einem Pianissimo, das schon nicht mehr von dieser Welt ist und den Grundcharakter dieser Musik auf wundersame Weise einfängt.“ Jarousskys unverwechselbares Timbre, seine schwerelose Eleganz stellen diese Musik ins Licht einer sinnlich-emotionalen Ausdruckskraft: Wenn etwa in den beiden Bach-Kantaten, allem voran in der ersten Arie der Kantate „Ich habe genug“, eine Oboe Jarousskys Stimme singend umschmeichelt, so verleiht das Bachs Musik eine Intensität, die nichts mehr von der Strenge besitzt, die man dem Thomaskantor so gerne unterstellt. Als Countertenor bildet ohnehin Barockmusik das Kernrepertoire von Philippe Jaroussky. Dennoch widmet er sich hin und wieder anderen Epochen – etwa mit den Belle Epoque-Alben „Opium“ und „Green“. Mit „Sacred Cantatas“ kehrt Jaroussky zum Barock und zum gewohnten Repertoire zurück und feiert dennoch eine Premiere, die vor allem eines zeigt: Der Sänger schreckt keineswegs vor Ausflügen in unbekannte musikalische Gefilde zurück. Er ist definitiv einer der mutigsten Countertenöre der Gegenwart. Eines ist sicher: Die deutschen Meister des Barock stehen dem Franzosen ausgezeichnet.

Philippe Jaroussky – Bach/Telemann: Sacred Cantatas (Erato/Warner Classics) CD 9029592533 / CD+DVD 2564649159 // ab 07.10.2016 im Handel