Hilliard-Ensemble, Harnoncourt u.a. // The Sound of Martin Luther

Die Musik war für Martin Luther ein Medium, um mit Gott zu kommunizieren, Er selbst wandte sie komponierend, singend und rezipierend uneingeschränkt an und hinterließ Choräle, die bis heute den Grundstock der protestantischen Choralliteratur bilden. Luther schrieb fast 40 Kirchenlieder und suchte engen Kontakt zu Komponisten und Musikern seiner Zeit. Luthers Musik und seine Musikauffassung haben die Musikgeschichte bis zur Gegenwart geprägt, Gegenwartskomponisten adaptieren noch heute seine Melodien, ja, sie durchziehen in Abertausend Variationen die Werke der größten Komponisten aller Zeiten. Auf ihrem Doppelalbum „The Sound of Martin Luther“ bewegen sich berühmte Ensembles unter der Leitung von Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt und Kurt Masur auf Spurensuche von Luthers Einflüssen. Natürlich gehören Bachs Kantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ BWV 80 ebenso zu diesem Repertoire wie „Meine Seele erhebt den Herrn“ aus dem Deutschen Magnificat von Heinrich Schütz oder die Luther-Anleihen von Johannes Brahms in seinem Deutschen Requiem. Ein wahres Luther-Fest ist natürlich auch Mendelssohns 2. Sinfonie „Lobgesang“ mit „Alles, was Odem hat, danke dem Herrn!“ und „Nun danket alle Gott“. Ausschnitte aus den „Tänzen aus Terpsichore“ von Michael Praetorius sind in wundervoller historischer Aufführungspraxis mit dem phänomenalen Ensemble Early Music Consort of London außerdem zu hören.

Hilliard-Ensemble, Hanoncourt u.a. – The Sound of Martin Luther (Warner Classics) 2CD 9029590910 // ab 28.10.2016 im Handel