Alison Balsom // Jubilo

3_balsom_coverAuf Alison Balsoms Schreibtisch stapeln sich die Partituren barocker Solokonzerte, die die britische Trompeterin irgendwann einmal einspielen möchte. Wie immer fiel ihr auch bei ihrem neuen Album „Jubilo“ die Auswahl nicht leicht. Da es sich nun aber um eine CD handelt, die kurz vor Weihnachten erscheint, sollte Balsoms Lieblingsstück, das berühmte Concerto grosso op. 6 Nr. 8 „Weihnachtskonzert“ von Arcangelo Corelli, auf gar keinen Fall fehlen. Dass in dem originalen Stück für Streichorchester, zwei konzertierende Violinen und Cello eigentlich gar keine Trompete, schon gar nicht eine Trompete als Soloinstrument, besetzt ist, stört die Hochschulprofessorin mit den langen blonden Haaren nicht weiter. Normalerweise bearbeitet sie Stücke wie dieses selbst, macht sie passend für die Lage und die Klangfarbe ihres so festlich und glänzend klingenden Instruments. Diesmal aber entschied sie sich bei Corelli und zwei Werken von Johann Friedrich Fasch und Giuseppe Torelli für Arrangements guter Freunde. „Ich wollte bei diesem Album unbedingt andere Bearbeiter auf die Einrichtungsmöglichkeiten blicken lassen“, sagt Balsom. Balsom kann so zart und einfühlsam die Dynamik zurücknehmen und Phrasierungen aufs Feinste ausbalancieren, dass es ein Genuss ist. Mit der Acade- my of Ancient Music schöpfte Balsom zudem etliche Erfahrungen in historischer Aufführungspraxis barocker Konzertliteratur. Deshalb spielt sie in den Orchesterwerken auch eine Naturtrompete und kein modernes Instrument wie bei den Bearbeitungen Bachscher Werke wie „In dulci jubilo“ BWV 729 oder „Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ“ BWV 649. Bei diesen Stücken lässt sie sich vom Organisten Stephen Cleobury begleiten. „Ich weiß gar nicht“, schwärmt Alison Balsom, „warum Orgel und Trompete so gut zueinander passen, aber sie tun es eben einfach.“

Alison Balsom – Jubilo (Warner Classics) CD 9029592511 // ab 04.11.2016 im Handel