Antoine Tamestit & Cédric Tiberghien // Bel Canto

Wie klingen wohl die schönsten Belcanto-Arien Italiens, gespielt auf der legendären Stradivari-Viola „Mahler“ von 1672 und einem Steinway-Flügel? Und vor allem gespielt von dem einzigartigen Antoine Tamestit, begleitet von dem kongenialen Cédric Tiberghien. Der dramatisch leidende Duktus zu Beginn der Arie „Il faut partir“ aus Gaetano Donizettis Oper „La Fille du Regiment“, der im Original von einer Oboe geblasen wird, klingt in der Bearbeitung für Viola und Klavier noch viel berührender. Antoine Tamestit, der mit „Bel Canto“ sein erstes Soloalbum für das Label Harmonia Mundi vorstellt, wagt sich sogar an die Arien aller Arien, „Casta Diva“ aus Bellinis„Norma“, und macht den größten Sängerinnen Konkurrenz. Die Diva ist dabei zweifellos die Bratsche, der Tamestit in unsterblicher Liebe verfallen ist. Die enge Verbindung der Bratsche zum Gesang hatte der französische Kritiker Henri-Louis Blanchard bereits Mitte des 19. Jahrhunderts mit den Worten beschrieben, die Viola habe den Status eines „dramatischen Countertenors der instrumentalen Stimmen“. Auf dieser CD lässt Antoine Tamestit die Stimme der Viola aber auch in der Bratschen-Sonate B-Dur op. 36 und dem Capriccio für Viola solo c-Moll op. 55 von Henri Vieuxtemps singen. Eine Repertoire-Besonderheit ist darüber hinaus das Stück „Le Songe“, eine Elegie über Donizettis Oper „La Favorite“ des Geigers und Komponisten Jacques-Féréol Mazas.

Harmonia Mundi CD HMM 902277 // ab 17.02.2017 im Handel