Benjamin Appl // Heimat

Nur wenige Begriffe sind so schwierig zu definieren und gesellschaftlich so aufgeladen wie der der Heimat. Mit der Heimat verbinden viele Menschen etwas Vertrautes, das sie aus frühester Kindheit in ihren Herzen bewahren. Der Heimat steht das Fremde und Unbekannte gegenüber. Sigmund Freud sagte ganz zu Recht, dass der Gegensatz zwischen unheimlich und heimlich im Sinne des Sich-geborgen-Fühlens den gleichen Wortstamm habe wie Heimat. Der Bariton Benjamin Appl hat Lieder wie Franz Schuberts „Seligkeit“ oder das „Nachtstück“, Hugo Wolfs „Er ist’s“, Francis Poulencs „Hyde Park“ nach Apollinaire, aber auch Benjamin Brittens „Greensleeves“ zusammengestellt, die sich im weitesten Sinne mit Heimat auseinandersetzen oder einen Bezug dazu herstellen. „Heimat ist für mich immer etwas Privates“, sagt der 34-jährige Sänger Benjamin Appl, „und genau das macht es so schwierig, den Kontext von Heimat allgemein zu definieren.“ Tatsächlich sei die Liste möglicher Lieder für seine „Heimat“-CD so lang gewesen, dass alle Lieder niemals auf eine CD gepasst hätten, so Appl. Ihm ging es aber darum, den Ansatz möglichst weit zu fassen. Nicht allein Schumanns Lieder nach Joseph von Eichendorffs Texten oder echte Heimatlieder sollten auf diesem Album erklingen, sondern eben auch Lieder, die in Appls Leben eine besondere Rolle gespielt haben und seine ganz persönliche Sicht einbringen. Heimat bedeutet für Appl auch Motivation, Inspiration, Liebe, Orientierung und Sicherheit. Den Aspekt des Heimatverlustes und der weggebrochenen Unterstützung projiziert Appl auf den Verlust seiner Großeltern, die seinen Werdegang einst intensiv begleitet haben. „Das Singen von Franz Schuberts ‚Nachtstück’ sowie ‚Allerseelen’ von Richard Strauss direkt nach deren Tod waren emotional unbeschreiblich schwierige, unvergessliche Augenblicke“, berichtet er.

Sony Classical CD 88985393032 // ab 10.03.2017 im Handel