Jean Rondeau // Dynastie: Konzerte der Bach-Familie

Es ist nicht übertrieben, den französischen Cembalisten Jean Rondeau als wahrhaft versessen auf Bach und auf die Musik der ganzen Bach-Familie zu bezeichnen. Mit seinem ersten Album „Imagine“ hatte er bereits Werke von Johann Sebastian Bach in ganz neuen Klangdimensionen vorgestellt. Zu diesem neuen, frischen Klangbild trägt auch seine stilistische Vielseitigkeit bei. Zum Film „Paula“ von Christian Schwochow hatte der Cembalist selbst einen Soundtrack geschaffen. Außerdem ist er Mitglied des Jazzprojekts „Note Forget“ und beschäftigt sich intensiv mit Jazzkompositionen. Rondeaus neues Album „Dynastie“ nun widmet sich wieder Bach, aber nicht nur bestimmten Cembalokonzerten des Thomaskantors allein, sondern auch seiner Söhne Wilhelm Friedemann, Johann Christian und Carl Philipp Emanuel. Gerade Letzterer war ja als Cembalist seinem berühmten Vater vielleicht am ähnlichsten. Besonders das Cembalo-Konzert f-Moll von Johann Christian Bach zeigt deutliche Merkmale der neuen klassischen Epoche. Mit klugem Blick auf die historische Aufführungspraxis lässt sich Rondeau hier wie auch bei den anderen Cembalokonzerten nicht von einem Orchester, sondern, wie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts oft üblich, von einfach besetzten Orchesterstimmen begleiten. Ein genialer Einfall ist überdies Rondeaus eigene Instrumentierung von Wilhelm Friedemann Bachs Lamento aus der Cembalosonate G-Dur FK 7 für Cembalo und Instrumentalbegleitung.

Erato/Warner Music CD 9029588846/LP 9029587239 // ab 24.02.2017 im Handel