Dorothee Oberlinger // Rokoko

Bei dem Begriff Rokoko denkt man zuerst ja gern ans Kunstgeschichtliche, an Sitzmöbel mit Tierfüßen und Muschelornamenten, an die höfische Kultur des 18. Jahrhunderts und an Damen in Reifröcken. Es gibt das Rokoko aber auch in der Musik, vor allem in der Musik aus dem Umfeld des frankophilen Preußenkönigs Friedrich des Großen. Komponisten wie Johann Gottlieb Graun oder Johann Joachim Quantz, der dem König Flötenunterricht erteilte, und natürlich der Hofakkompagnist Carl Philipp Emanuel Bach schufen Flötenwerke, die die Merkmale des galanten Zeitalters widerspiegelten. Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger greift für ihre CD „Rococo“ nun nicht etwa zur Traversflöte, dem führenden Querflöteninstrument des Rokokozeitalters. Sie spielt die virtuose, in Themenstrukturen und Verarbeitungstechnik kunstvoll verästelte Triosonate für Viola, Flauto basso und Cembalo F-Dur Wq 163 des berühmten Bach-Sohns auf einer Bassblockflöte und das virtuose Doppelkonzert C-Dur für Violine und Flöte von Graun auf einer Blockflöte in C. Auch das Kammermusikwerk Quadro G-Dur des 1763 gestorbenen Johann Gottlieb Janitsch strahlt eine besondere Spielfreude, Glanz und Helligkeit aus. „Die Hinwendung zum Feinen, Verästelten, Ornamentierten, Delikaten“, erklärt Dorothee Oberlinger, „fand sich in der Musik wieder, die dem Ausdruck der Gefühle gegenüber einer mathematisch fundierten Kontrapunktkunst die neue Vorherrschaft einräumte.“

DHM/Sony Music CD 88875134062 // ab 10.03.2017 im Handel