Grigory Sokolov // Mozart & Rachmaninov: Concertos

Wenn Grigory Sokolov die ersten Töne der Exposition in Rachmaninows 3. Klavierkonzert anschlägt, scheint alles beinah zu schweben. Berückend formt der russische Pianist die melodische Linie und reißt das Orchester mit, um gleich beim ersten Ausbruch ein Höchstmaß an Energetik und Virtuosität an den Tag zu legen. Sokolov spielt manche Passagen wirklich in atemberaubendem Tempo. Und dabei ist es doch ein Merkmal dieses Pianisten, dass er sich so gar nicht in die Rolle eines Selbstdarstellers und in das Schema eines modernen Konzertbetriebs fügen mag. Interviews gibt er kaum, Neueinspielungen mit ihm als Solisten sind rar gesät, und eine persönliche Nähe zu seinem Publikum scheint der russische Individualist ausschließlich über die musikalische Brücke aufbauen zu wollen. Der 1950 in Leningrad geborene Grigory Sokolov lebt jeden Ton aus und hat eine Anschlagstechnik entwickelt, die einen hohen Grad an Eigenwilligkeit beansprucht. Wie kaum ein anderer Pianist lässt er die Hände von der Tastatur abfedern, fast als habe er gerade auf eine heiße Herdplatte gegriffen. Dann wieder formt er die Töne durch leichten Druck jedes einzelnen Fingers, nachdem er eine Taste schon längst angeschlagen hat. Voller Esprit spielt er auch Mozarts Klavierkonzert KV 488, jenes hochbeliebte und im Vergleich zum vorhergehenden 22. Klavierkonzert noch virtuosere Klavierkonzert des Salzburgers.

DG/Universal Music CD + DVD 4797015 // ab 10.03.2017 im Handel