Valery Gergiev & Münchner Phil. // Richard Strauss: Ein Heldenleben – Don Juan

Die Auseinandersetzung mit der Musik von Richard Strauss hat bei den Münchner Philharmonikern eine lange Tradition. Mit Valery Gergiev, der seit 2015/16 Chefdirigent dieses Orchesters ist, hat nun eine neue Strauss-Ära begonnen, die gleich ganz eigene Akzente setzt und sich etwa von Strauss-Dirigaten Lorin Maazels oder Christian Thielemanns in vieler Hinsicht unterscheidet. Die Einspielung der beiden Sinfonischen Dichtungen „Don Juan“ und „Ein Heldenleben“ lebt von der virtuos beherrschten Spontaneität Gergievs. Stets gewährt der Maestro seinen Musikern viel Freiraum, ist aber gleichsam auch versessen auf Präzision. Der unvergleichliche Leidenschaftsausbruch zu Beginn des „Don Juan“ oder das Aufbäumen des Helden im „Heldenleben“ sprechen in ihrer Feurigkeit für sich. Beide Werke sind geradezu extrovertiert. Man denke nur an den Frauenverführer Don Juan. Allein die Anfangstakte mit dem aufstrebenden Ausbruch und den harten Paukenakzenten stellen uns das außerordentliche Temperament dieses rücksichtslosen Mannes bildhaft vor Augen. Die Frage, was und wer ein Held ist, welche Aufgaben dieser hat und wie er äußerlich gestaltet sein sollte, machte Strauss im „Heldenleben“ aus dem Jahr 1899 zum Thema. Das Stück bezieht sich aber kaum auf einen Helden der germanischen Mythologie oder des klassischen Altertums, sondern auf Strauss selbst, der heldenhaft den Kampf mit seinen Kritikern aufnimmt.

Münchner Philharmoniker/Warner Music CD 9305211212 // ab 31.03.2017 im Handel