Marc-André Hamelin // Klavierkonzerte

Die Komponisten Sergej Rachmaninow und Nikolai Medtner entstammen nicht nur einem Land und einer Generation, sie waren auch beide Konzertpianisten und komponierten für ihr eigenes Instrument. Medtner, dessen Schaffen erst in den vergangenen Jahren entdeckt wurde und zu Recht bewundert wird, war ein Cousin des russischen Komponisten Alexander Goedicke. Dass Marc-André Hamelin auf seiner neuen CD mit dem London Philharmonic Orchestra unter Vladimir Jurowskis Leitung nun Rachmaninows eingängiges 3. Klavierkonzert dem in vielerlei Hinsicht ganz anders gearteten 2. Klavierkonzert Medtners gegenüberstellt, ist ein fantastischer Einfall. Viel kantiger und rauer beginnt Medtners Klavierkonzert mit einer Toccata Allegro risoluto. Wie bei Rachmaninow dominiert auch bei ihm das Klavier das Geschehen. Anders als Rachmaninow balanciert er das Orchester und dessen Klangfarbenreichtum jedoch nicht so fein aus. Medtners Kommentaren ist zu  entnehmen,  dass er nicht so sehr an der Klangfarbe an sich interessiert war, sondern mehr an der Aussage seiner Musik, die von sich aus eine Klangfarbe erzeuge. Die einschmeichelnde Melodik von Rachmaninows 3. Klavierkonzert ist weniger Medtners Metier, obwohl es wundervoll lyrische Momente in seinem Werk gibt. Ähnlich wie Rachmaninow blieb auch Medtner seiner Klangsprache zeitlebens treu. Sein 2. Klavierkonzert wurde im März 1927 im Moskauer Konservatorium uraufgeführt.

Hyperion/note 1 music CD CDA68145 // ab 07.04.2017 im Handel