Mühlemann, Appl u.a. // Reformations-Oratorium 1755

Der Jubilar dieses Jahres, Georg Philipp Telemann, hat in seinem langen und erlebnisreichen kreativen Leben kaum ein Thema ausgelassen. Ob es sich um Don Quixote handelte, um die „Hamburger Ebb’ und Fluth“ oder aber um die ungleiche Heirat des greisen, aber junge Mädchen liebenden Pimpinone mit Vespetta. Telemann fand stets die richtige Musik zu den gegensätzlichsten Themen. So auch zum Thema Reformation, deren 500. Jubiläum in diesem Jahr das große Thema ist.Kurz vor Georg Philipp Telemanns 250. Todestag am 25. Juni 2017 veröffentlicht das Label Sony nun auch das kaum bekannte, zwölf Jahre vor seinem Tod vollendete Reformations-Oratorium des Meisters von 1755. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Telemann schon lange in Diensten der Hansestadt Hamburg und focht gerade einen nervenaufreibenden Rechtsstreit mit dem Rat der Stadt aus, der den Erlös seiner gedruckten Oratorientexthefte nicht an ihn ausschütten wollte. Telemann, der in jungen Jahren selbst seine Noten stach, beherrschte Pointen, dramatische Steigerungen und die Kunst der Ironie. In seiner Musik arbeitete er überdies mit Frühformen der Tonmalerei. Das in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk aufgenommene Reformations-Oratorium war 1755 zur Feier des 200-jährigen Bestehens des Augsburger Religionsfriedens entstanden und erscheint hier nun in einer Weltersteinspielung.

Sony Classical CD 88985373872 // ab 07.04.2017 im Handel