Christina Pluhar & L’Arpeggiata // Händel Goes Wild

Georg Friedrich Händel war ein Dramatiker vor dem Herrn, der die Effekte und Affekte der Oper wie kein anderer Barockkomponist beherrschte. Man braucht sich nur das furiose „Venti turbini“ aus seiner Oper „Rinaldo“ mit den dahinfegenden Streicher- und Fagottläufen und den Koloraturen des Countertenors anzuhören, um ein Paradebeispiel für die Kraft und Unmittelbarkeit von Händels Opernsprache zu erhalten. Ein Album wie dieses, das Christine Pluhar mit ihrem Ensemble L’Arpeggiata eingespielt hat, lässt den überraschenden Titel „Händel Goes Wild“ mehr als angemessen erscheinen. Wie gewohnt beschränkt sich die österreichische Lautenistin und Harfenistin mit dem im Jahr 2000 von ihr gegründeten Orchester nicht auf exzellente Neueinspielungen großer Ausschnitte aus Händels „Alcina“, „Semele“, „Giulio Cesare“, „Rinaldo“ oder „Serse“. Pluhar schafft eine neue Dramaturgie aus Improvisationen und Kontrastwerken wie etwa Vivaldis Concerto g-Moll RV 157, wobei sie vom Jazz-Klarinettisten Gianluigi Trovesi, der hinreißenden Sopranistin Núria Rial und dem Countertenor Valer Sabadus unterstützt wird. Das Label Erato spricht gar von einer Händel-Jam-Session, bei der sich auch ein Klavier und ein Schlagzeug mit den historischen Instrumenten der Barockzeit wie Darmsaiten-Streichern, Lauten und
Cembalo verbinden.

Erato/Warner Music CD 9029581169 / Limited Deluxe-Edition (CD) 9029581170 // ab 08.09.2017 im Handel