Europa Galante // Händel: Silla

Bei dieser 1713 entstandenen frühen Oper von Georg Friedrich Händel ist man sich gar nicht sicher, ob sie zu Lebzeiten des Komponisten uraufgeführt wurde. Das Dramma per musica „Lucio Cornelio Silla“ handelt vom römischen Diktator Lucius Cornelius Sulla, der von 138 v. Chr. bis 78 v. Chr. lebte und Angst und Schrecken über das Römische Reich brachte. Nach seinen Eroberungszügen in die östlichen Königreiche kehrte Sulla nach Rom zurück und begann seinen Machtanspruch erbarmungslos durchzusetzen. Hier setzt das Libretto Giacomo Rossis an, der die historische Überlieferung ganz den Ansprüchen der Barockoper folgend in ein Beziehungsgeflecht des engsten Umfelds von Sulla verstrickt. Der Volkstribun und einstige Freund Sullas mit dem Namen Lepido wird zu dessen erbitterten Feind. Die weibliche Hauptrolle ist Sullas Frau Metella. Der historische Sulla indes, der seine Widersacher brutal aus dem Wege räumte, soll auch skrupellos mit seinen Ehepartnerinnen umgegangen sein. Er hatte übrigens eine ganze Reihe von Frauen, die er in seiner Unberechenbarkeit oft misshandelte und betrog. Vor diesem Hintergrund ist die traurigleidende Arie „Fuggon l’aura“ der Metella eines der bewegendsten Stücke der Oper. 59 Jahre nach Händel widmete auch Mozart dem Diktator seine Oper „Lucio Silla“.

Glossa / Note 1 Music 2CD GCD923408 // 08.09.2017