Philippe Jaroussky // The Händel Album

War es Respekt vor dem Großmeister der barocken Oper oder einfach nur ein Zufall, dass der Star-Countertenor Georg Friedrich Händel noch nie ein ganzes Album gewidmet hat? Jarousskys Händel-Interpretationen sind einzigartig. Jeder kennt seine Version der Arie „Ombra mai fu“ aus Händels „Serse“. Gerade dieser Hit des Händel-Repertoires oder das unverwüstliche „Lascia ch‘io pianga“ aus „Rinaldo“ aber sind auf Jarousskys neuem Händel-Album gar nicht enthalten. Dem Sänger ging es um Entdeckungen viel weniger bekannter Opern des Meisters. So singt er hier, fantastisch begleitet vom Ensemble Artaserse, die Arie „Son pur felice al fine … bel contento“ aus „Flavio“ und „Son stanco…Deggio morire, o stelle“ aus der gleichfalls weniger bekannten Oper „Siroe“. Ziel seiner sehr speziellen Auswahl war für Philippe Jaroussky die Facettenvielfalt menschlicher Charaktere in Händels Opern. Da haben wir den leidenden Gestus der Arie „Qual nave smarrita“ aus „Radamisto“, aber eben auch die entschlossentrotzige Arie Arsamenes „Si, la voglio“ aus der verwicklungsreichen Oper „Serse“ oder das schüchternzurückhaltende „Che piu si tarda omai … Stille amare“ aus „Tolomeo“. Einige Arien stammen zudem aus dem Repertoire des legendären Kastraten Senesino, der zu Händels Zeit ein wahrer Sängerstar war.

Erato/Warner Music CD 9029575966 / Limited Deluxe-Edition (CD) 9029577445 // ab 06.10.2017 im Handel