Angela Gheorghiu // Eternamente

Es ist ihr erstes Studioalbum seit sechs Jahren, und es ist vielleicht eines der besten der großen, mit dem Verismo-Genre so eng vertrauten Sopranistin Angela Gheorghiu. Die rumänische Sängerin liebt das Unmittelbare, ja das Wilde und Emotionsgeladene der weiblichen Hauptpersonen etwa in Puccinis „La Rondine“ oder Giordanos „Andrea Chénier“, und sie kennt das Geheimnis, in den hochdramatischen Sujets nie über das Ziel hinauszuschießen. Es handelt sich bei den Verismo-Figuren ja nun einmal um Menschen in ganz realistischen Situationen, deren Schicksal durch politische oder unerwartete persönliche Herausforderungen, die jeder erleben könnte, bestimmt wird. Das gilt sowohl für die bemitleidenswerte junge Bäuerin Santuzza in Mascagnis „Cavalleria rusticana“, die von ihrem Geliebten so bitter hintergangen wird, als auch für die Tosca in Puccinis Oper, aus der Gheorghiu den absoluten Klassiker „Vissi d’arte“ aufgenommen hat. Gheorghiu suchte für dieses auch als LP erscheinende Album nach absoluten Raritäten. So hören wir etwa die Arie „Ed ora conoscetela“ aus „La Bohème“. Nicht aber der „Bohème“ von Puccini, sondern der Oper des Puccini-Konkurrenten Leoncavallo. Eine Entdeckung sind zudem die oft sehr melancholischen Orchesterlieder der Italiener Stefano Donaudy und Licinio Refice.

Warner Classics CD 9029578024 / LP 9029575636 // ab 20.10.2017 im Handel