Cecilia Bartoli & Sol Gabetta // Dolce Duello

Selten wurden Duelle so einvernehmlich und ohne jede Feindschaft zwischen den Kontrahenten ausgeführt. Beabsichtigt war in der Konzeption einer spektakulären Begegnung von der Mezzosopranistin Cecilia Bartoli und der Cellistin Sol Gabetta zwar eine Art „Wettstreit zwischen Mezzosopran und Cello“, aber das war natürlich nur ein Slogan für die bevorstehende Europatournee und das neue Decca-Album. Beide fanden in ihrer künstlerischen Zusammenarbeit auf Anhieb viele Gemeinsamkeiten und viele gegenseitige Anregungen. Das Publikum jedenfalls war bei der ersten Vorstellung des Tourneeprogramms im Rahmen des 61. Gstaad Menuhin Festivals Ende August 2017 hingerissen. „Frenetischer Applaus und standing ovations für beide Damen am Ende eines langen und sehr besonderen Abends“ sei das Ergebnis gewesen, berichtet das Label über die Live-Premiere von „Dolce Duello“ in der Schweiz. Vom 23. November 2017 an gehen Bartoli und Gabetta auf Europatournee und werden mit dem Programm unter anderem auch in Baden-Baden, Essen, München und Berlin zu erleben sein. Virtuos und kämpferisch geht es vor allem in manchen Arien von Caldara, Händel und Porpora zu, die Cecilia Bartoli in ihrer unvergleichlichen Art interpretiert. Eine von Bartoli heiß geliebte und gern gesungene Arie ist zum Beispiel „Fortuna e speranza“ aus „Nitocri“ von Antonio Caldara, in der es um die Liebe der ägyptischen Herrscherin Nitocri zu ihrem General Mirfoe geht, der dummerweise aber in Nitocris Schwester verliebt ist. Etwas pastoraler geht es in der Oper „ll Nascimento dell’Aurora“ von Tomaso Albinoni zu, aus der Bartoli die Arie „Aure, andate e baciate“ singt. Bei all diesen Arien ist die einzigartige Sol Gabetta mit ihrem Instrument beteiligt, das in einen besonderen Dialog mit Bartolis Stimme tritt. Unterstützt werden die beiden Solistinnen bei dieser Aufnahme von dem Kammerensemble Cappella Gabetta unter der musikalischen Leitung von Violinist Andrés Gabetta, dem Bruder der Cellistin. Sol Gabetta lässt es sich aber natürlich nicht nehmen, auch einmal mit einem Solokonzert ohne ihre neue Freundin Cecilia Bartoli hervorzutreten. Sie spielt das geniale Cellokonzert Nr. 10 D-Dur G. 483 von Luigi Boccherini, der ja bekanntlich recht viel in durchweg höchster Qualität komponiert hat. Nur wenige Sängerinnen haben sich so intensiv und leidenschaftlich für die Opern des Neapolitaners Nicola Antonio Porpora eingesetzt wie Cecilia Bartoli. Aus Porporas 1721 uraufgeführter Oper „Gli orti esperidi” („Die Gärten der Hesperiden“) nach einer mythologischen Vorlage singt Bartoli die Arie „Giusto Amor, tu che m’accendi“.

Decca/Universal Music CD 4832473/2LP 4832467 // ab dem 10.11.2017 im Handel