Sonya Yoncheva // The Verdi Album

Dass sie einmal zu einer der bedeutendsten Verdi-Interpretinnen der Gegenwart werden würde, stand für die gefeierte bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva ja nicht von Beginn an fest. Am Anfang ihrer Karriere sang sie in erster Linie Barockrepertoire. Als Yoncheva dann aber für Anna Netrebko einspringen durfte und erste Triumphe im Verdi-Fach feierte, stand ihrem Ruf als DIE Verdi-Interpretin schlechthin nichts mehr im Weg. Yoncheva sei „die beste Violetta seit Maria Callas“, schrieb 2015 sogar einmal einer der sicher schärfsten Kritiker der Musikpresse, Manuel Brug, zu einer Aufführung von „La Traviata“ am Berliner Schillertheater in der Zeitung „Die Welt“. Dass Yoncheva auf Anhieb berührt und die Gestalten der großen Musiktragödien Verdis so authentisch und zutiefst menschlich darzustellen imstande ist, liegt aber auch an ihrer Überzeugung, dass die Stimme Ausdruck der Seele sei. Im Interview mit BR-Klassik sagte sie: „Musik hat sehr viel Macht und kann uns sehr viel Kraft geben, uns aber auch total runterziehen. Sie gibt uns ein breites Spektrum, mit dem wir ausdrücken können, was wir wirklich fühlen.“ Auf ihrer dritten Solo-CD widmet sich Yoncheva nun ausschließlich den dramatischen Verdi-Sopranrollen wie Leonora (in „Il trovatore” und „La forza del destino“), Abigaille („Nabucco“), Desdemona („Otello“), Elisabetta („Don Carlo“), Amelia („Simon Boccanegra“), Luisa Miller aus der gleichnamigen frühen Verdi-Oper und Odabella aus „Attila“. Die große, von den Streichern sanft begleitete Arie „Tacea la notte placida …“ aus „Il trovatore” dringt direkt ins Herz. Mit viel Verve, Leidenschaft und sensiblem Klangempfinden wird Yoncheva vom Münchner Rundfunkorchester unter Massimo Zanettis Leitung begleitet. Besonders die Bläser wie das Englischhorn und die Flöte mit aufblitzenden Einlagen brillieren in der Arie „Liberamente or piangi … Oh! Nel fuggente nuvolo“ aus „Attila“.

Sony Classical CD 88985417982 // ab 02.02.2018 im Handel