Jonas Kaufmann & Orchestra of the Royal Opera House // Verdi: Otello

Vor dieser Rolle fürchten sich fast alle Tenöre dieser Welt. Keine Furcht, wohl aber Respekt hatte auch der Weltstar Jonas Kaufmann, die Titelrolle in Verdis „Otello“ zu singen. Sie erfordert Kraft, eine unglaubliche Breite des Ausdrucks und Wandlungsfähigkeit. Kaufmann brachte all diese Voraussetzungen für seinen gefeierten Auftritt am Londoner Royal Opera House Covent Garden im Juni des vergangenen Jahres mit. Kaufmann sei der herausragende Otello unserer Zeit, schwärmte ein Kritiker unmittelbar nach der Premiere im „Evening Standard”, und viele seiner Kollegen stimmten in das positive Medienecho ein. Am Erfolg dieser Produktion hatte aber auch der Royal-Opera-Musikchef Antonio Pappano wesentlichen Anteil. Unter seiner Leitung erhielt die vorletzte Verdi-Oper eine Wucht und Emotionalität, die man nur selten in so hoher Qualität erleben darf. Nach der Premiere dieser Produktion, die weltweit live in Kinos übertragen wurde, nahm Pappano den erleichterten Jonas Kaufmann in die Arme und sagte: „Diese Partie ist für jeden Tenor Karriere-entscheidend.“ Über das Lob, das sich der Startenor zu Recht verdient hat, darf man nicht die übrigen Sängerstars vergessen. Bejubelt wurden in London auch die italienische Sopranistin Maria Agresta als Desdemona und der französische Bariton Marco Vratogna, der dem listigen Jago eine furchterregende Gefährlichkeit verleiht.

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