Philippe Jaroussky & I Barocchisti // Gluck: Orfeo ed Euridice

Das Orfeo-Thema lässt den Countertenor Philippe Jaroussky einfach nicht los. Erst im vergangenen Jahr hatte er mit dem Album „La storia di Orfeo“ und den frühen Vertonungen des Mythos durch Claudio Monteverdi, Luigi Rossi und Antonio Sartorio einen Riesenerfolg gelandet. Damals sagte er: „Es war mein Traum, auch das Umfeld dieser Oper zum Klingen zu bringen.“ Und in der Tat hat der Orfeo-Mythos ja in zahllosen Beispielen Musikgeschichte geschrieben. Erst recht in der Oper „Orfeo ed Euridice“ von Christoph Willibald Gluck, die Philippe Jaroussky nun ganz folgerichtig nachreicht. Hatte er sich bei dem genannten Album „La storia di Orfeo“ ja bereits von dem renommierten Ensemble I Barocchisti unter Diego Fasolis umsichtiger Leitung begleiten lassen, so wählte er für Gluck dieselben Interpreten. Und er entschied sich für die 1774 im Königspalast Palazzo Reale von Neapel aufgeführte Version von „Orfeo ed Euridice“. Diese Aufführung fand zwölf Jahre nach der Uraufführung der großen Gluck’schen Reformoper in Wien statt, die eine Zäsur in der Operngeschichte markierte. Glucks direkter Ausdruck, die Einfachheit der Form und die Stringenz des dramaturgischen Verlaufs gaben in der Frühklassik ganz neue Impulse. Der Höhepunkt dieser Weltersteinspielung des Opernklassikers ist natürlich die von Jaroussky hinreißend gesungene Orfeo-Klage „Che farò senza Euridice“.

Erato/Warner Music Limited Deluxe Edition (CD) 9029570794 // ab 18.05.2018 im Handel