Goldmund Quartett // Schostakowitsch: Streichquartette 3 & 9

Den Anfang machte das in München beheimatete Goldmund Quartett mit einem Haydn-Album. Nun wenden sich die Geiger Florian Schötz und Pinchas Adt, der Bratscher Christoph Vandory und der Cellist Raphael Parator auf ihrem Debütalbum für Berlin Classics dem komplexen Quartettschaffen des Russen Dmitri Schostakowitsch zu. Seine 15 Streichquartette, die ihn vergleichbar mit seinen 15 Sinfonien ein ganzes Leben lang begleiteten und stets Ausdruck seiner jeweiligen persönlichen Lebenslage sind, erfordern von ihren Interpreten eine extreme Wandlungsfähigkeit. Tiefe Melancholie paart sich mit fast grotesker Ironie. „Die größte Herausforderung ist“, sagen die Musiker des Goldmund Quartetts, „dass diese Musik so extrem ist. Ekstase, wahnsinnige Tiefen, unglaubliche Traurigkeit. Man muss sich in diese Seelenzustände hineinversetzen.“ Im dritten Quartett versucht Schostakowitsch eine Symbiose neoklassizistischer Stile mit russisch-folkloristischen Elementen. Das neunte, seiner dritten Frau Irina Antonowa gewidmete Streichquartett enthält hingegen viele Anklänge ans jiddische Melos, dem sich Schostakowitsch vielfach verbunden fühlte. Das Goldmund Quartett wurde für die beste Interpretation eines Streichquartetts des 20. Jahrhunderts erst vor Kurzem mit dem zweiten Preis und dem Sonderpreis bei der International Wigmore Hall String Competition ausgezeichnet.

Berlin Classics/Edel CD 0301068BC // ab 06.07.2018 im Handel