Iveta Apkalna // Light And Dark (Elbphilharmonie-Orgel)

Die aus Lettland stammende Titularorganistin der Hamburger Elbphilharmonie, Iveta Apkalna, hat mit der ersten CD-Aufnahme der Klais-Orgel in Deutschlands berühmtestem Konzertsaal ein fulminantes Album vorgelegt. Die Auswahl der Stücke machte sie sich dabei nicht leicht. Apkalna suchte vor allem nach zeitgenössischer Musik und Stücken aus dem 20. Jahrhundert, die sowohl die Programmphilosophie der Elbphilharmonie als auch ihre persönlichen Leidenschaften widerspiegeln. „Für mich war der dramaturgische Aufbau der CD ganz wichtig“, erklärt die 42-Jährige.

„Ich hoffe, dass die Zuhörer merken, dass hier viel von der Ästhetik der Orgel zusammenkommt und dass ein großes gemeinsames Bild von allem entsteht.“

Ende Januar 2018 verbrachte Apkalna vier Nächte jeweils von Mitternacht bis morgens um sechs Uhr zur Aufnahme an den 4.765 Pfeifen der viermanualigen Orgel. Das titelgebende Stück „Hell und dunkel“ stammt von der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina, die seit  Jahren am Rande von Hamburg lebt. In diesem Stück wird mit allen Schattierungen kontrastierender Register gespielt. Gerade an jenen Stellen, wo es ganz leise werde, so Apkalna, müsse umso mehr Spannung aufgebaut werden. In Hamburg zu Hause war auch der Komponist György Ligeti, von dem Apkalna die „Harmonies“ eingespielt hat. Im Gegensatz zur dramatischen Stimmung der berühmten Passacaglia aus Dmitri Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ begegnet dem Hörer in dem berührend intimen „Gebet“ des 1951 geborenen Letten Aivars Kalējs und in der „Meditation“ von Lūcija Garūta eine ganz andere Klangwelt. Klangintensiv und prächtig in seiner schillernden Harmonik ist ein Orgelsolo aus der Glagolithischen Messe von Leos Janácek. „Auf jeden Fall wollte ich unbedingt Werke einspielen“, sagt Iveta Apkalna, „die ich sehr tief in mir habe.“

Berlin Classics/Edel CD Special-Ed. 0301074BC / 2LP 0301114BC // ab 07.09.2018 im Handel