Viktoria Mullova // Pärt: Tabula Rasa, Fratres, Silentium …

Für das baltische Land Estland hat der Komponist Arvo Pärt ungefähr die gleiche Bedeutung wie einst Jean Sibelius für Finnland. Er ist musikalischer Botschafter seiner Heimat und einer der wenigen Esten, deren Musik in der ganzen Welt zur Aufführung gelangt. Die russische Geigerin Viktoria Mullova und der estnische Pultstar Paavo Järvi widmen dem 82-jährigen Pärt nun ein Album mit seinen größten Violinwerken wie „Tabula rasa“, „Fratres“ und „Silentium“.

Seit den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts begeistert Pärt die Menschen mit seiner zeitlosen, archaisch anmutenden, zum Teil ja gar auf mittelalterliche Klangwelten zurückgreifenden Musik. Dabei hat gerade er, der sich nie so ganz mit der Zwölftonmusik anfreunden konnte, zuweilen auch mit Collagetechniken und anderen Kompositionsstilen der Avantgarde experimentiert. Genau wie der russische Komponist Alfred Schnittke beschäftigte er sich mit der sogenannten Polystilistik. Dabei nutzte er Stile vergangener Epochen und verwandelte sie mit eigenen Mitteln. Durch diesen Rückgriff in die Vergangenheit erweckte er den Eindruck, als bewege er sich als Komponist in einem pseudohistorischen Umfeld. Begleitet vom Estonian National Symphony Orchestra wird Mullova auch von dem Geiger Florian Donderer unterstützt, der in den Parts „Ludus“ aus „Tabula rasa“ und „Silentium“ die zweite Geigenstimme spielt.

Onyx/note 1 music CD ONYX4201 // ab 07.09.2018 im Handel