Xenia Löffler, Anna Prohaska, Collegium 1704 // Konzerte & Kantaten mit Oboe

Mit seinem neuen Kantatenstil, den der Thomaskantor im Herbst 1726 in Leipzig vorstellte und fortan immer weiter perfektionierte, dürfte Johann Sebastian Bach sein Publikum durchaus überrascht haben. Der Chor nämlich, der bis dahin unverzichtbar gleich zu Beginn seiner Kantaten eine dominierende Rolle eingenommen hatte, wurde in seinen Aufgaben hier zugunsten der neuen Solo- und Dialogkantaten reduziert und erst in den Schlusschören zum vollen Einsatz gebracht.

Und noch etwas war neu: Die Solo-Arien mit Begleitung eines Blas- oder Streichinstruments stellten an die Instrumentalisten verstärkte Ansprüche. Etwa in der Kantate „Ich bin vergnügt mit meinem Glücke“ BWV 84 für den Sonntag Septuagesimae, die Anna Prohaska und die Barockoboistin Xenia Löffler hier mit dem Collegium 1704 eingespielt haben, gestaltete sich die erste Arie für Sopran und Oboe fast zu einer Art Oboenkonzert. Später folgt noch eine weitere Arie für Oboe, Solo-Oboe und Solo-Violine. Der Oboe kommt auch in der Kantate BWV 52 „Falsche Welt, dir trau ich nicht“ eine tragende Rolle zu. Und wo man Xenia Löffler nun gerade am Start hatte, nahm man auch gleich drei Oboenkonzerte mit ihr auf. Neben dem Konzert BWV 1056R und dem beliebten Konzert für Oboe d’amore BWV 1055 ist auch das Konzert für zwei Cembali BWV 1061 in einer eigens für dieses Album entstandenen Übertragung für Oboe, Viola da gamba und Fagott enthalten.

 

Accent/note 1 music CD ACC24347 // ab 10.08.2018 im Handel