Christina Pluhar // Himmelsmusik

Jedes Kunstwerk entstehe technisch so, wie der Kosmos entstand, sagte der russische Maler und Theoretiker Wassily Kandinsky einmal. Nämlich durch Katastrophen, die aus dem chaotischen Gebrüll der Instrumente zum Schluss eine Sinfonie bildeten, die Sphärenmusik heiße. Die mathematischen Regeln der Musik unterstützen diesen Vergleich und, blickt man zurück in die Zeit der Alten Musik, dann galt die Musik von jeher als klingendes Abbild der Himmelserscheinungen und Bewegungen der Gestirne.

Die große Grenzgängerin der Alten Musik Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata wählten aus diesem Grund den Begriff „Himmelsmusik“ für ihr aktuelles Album. Und sie luden zur Unterstützung eine wahren „Stern“ des Sängerkosmos, den Countertenor Philippe Jaroussky, für dieses Album ein.

Wie gewohnt erweitert Pluhar mit Anleihen aus dem Jazz, der Folk-Musik sowie Improvisationen und Bearbeitungen barocker Vorlagen mit zeitgenössischen Mitteln die wunderbaren Stücke von Johann Sebastian Bach und Heinrich Schütz. Mit Werken der Schütz-Schüler Johann Theile und dem in Schweden und in Dresden einst populären Christian Ritter sind aber auch etliche Repertoireraritäten unter den eingespielten Stücken. Nur wenig bekannt ist auch die Musik des Rudolstädter Hofmusikers Philipp Heinrich Erlebach, des Organisten und Vorgängers von Dietrich Buxtehude in Lübeck Franz Tunder sowie des aus Mühlhausen stammenden Johann Rudolf Ahle.

Erato/Warner Music Ltd. Deluxe-Ed. CD 9029563400 // ab 05.10.2018 im Handel