Christian Gerhaher // Schumann: Frage

Für seine Gesamteinspielung der Schumann-Lieder mit seinem Begleiter Gerold Huber hat sich der Bariton Christian Gerhaher einen straffen Zeitplan vorgenommen. Bis 2020 möchte er das Projekt zum Abschluss gebracht haben. Beim ersten Album mit dem Titel „Frage“ setzt der Sänger ein Verfahren fort, das er bereits bei den 2004 und 2007 erschienenen Schumann-Alben „Dichterliebe“ und „Melancholie“ angewandt hat.

Gerhaher ordnet die Lieder einer übergreifenden poetischen Idee unter, einer Art „lyrischen Dramaturgie“, wie er sagt. Dieser zutiefst romantische Ansatz entspricht Schumanns Denken, Arbeiten und Experimentieren und wird vor allem den „Zwölf Gedichten nach Justus Kerner“ op. 35 gerecht, die hier mit den Zyklen op. 49 und 89 sowie den Sechs Gesängen op. 107 und den Vier Gesängen op. 142 verbunden werden. In diesen Zyklen werde, so Gerhaher, die Zweiheit von Text durch eine poetische Idee mit gemeinsamer Bedeutung überwölbt. Gerade die Kerner-Lieder empfindet er als eines der gewagtesten Werke Schumanns. Genauso gewagt wie Schumanns Bühnenwerk „Szenen aus Goethes Faust“, in dessen Neuinszenierung von Achim Freyer er an der Hamburgischen Staatsoper gerade die Hauptrolle singt.

Die Gesamtaufnahme der Schumann-Lieder ist ein gemeinsames Projekt von Sony Classical, BR Klassik und dem Internationalen Liedzentrum des „Heidelberger Frühlings“.

Sony Classical CD 19075889192 // ab 16.11.2018 im Handel