Christian Thielemann & Sächs. Staatskapelle Dresden // R. Strauss Hornkonzert

Ein wenig klingt das 1. Hornkonzert des zum Zeitpunkt seiner Entstehung erst 18-jährigen Richard Strauss ja noch nach Carl Maria von Weber. Aber der Tonmaler und Schöpfer der späteren Tondichtungen und Opern ist vor allem in der Orchesterbehandlung in jedem Takt vorauszuahnen. Außerdem stieß Strauss mit diesem Werk zu jener Zeit die Begeisterung für das Horn als Soloinstrument wieder an, das seit der Klassik in dieser Rolle in den Hintergrund getreten war.

In seinem siebten Jahr als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden war für Christian Thielemann, der Wagner und Strauss als Schwerpunkt betrachtet, dieses beliebte Werk für eine Neuaufnahme längst mal fällig. Und warum sollte er als Solisten nicht einen so brillanten Hornisten wie Robert Langbein beauftragen, der ihm als Solo-Hornist der Staatskapelle sowieso vertraut ist? Seit 2005 bekleidet Langbein diese Position in Dresden und lehrt darüber hinaus als Professor an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber. Und wo die Dresdner gerade bei Bläsermusik von Strauss waren, bot sich eine Neueinspielung des Spätwerks Sonatine für 16 Bläser Nr. 1 F-Dur o. op. 135 „Aus der Werkstatt eines Invaliden“ ja an, damit auch Langbeins Kollegen solistisch etwas zu tun bekommen. Strauss hatte das Stück 1943 im Krieg, erkrankt an einer Grippe, geschrieben. Auch die zwei Jahre später entstandenen Metamorphosen für 23 Solostreicher hat Thielemann diesem Konvolut beigefügt.

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