Teodor Currentzis // Mahler Sinfonie 6

Es ist wohl kein Zufall, dass sich Teodor Currentzis für seine erste Einspielung einer Mahler-Sinfonie mit der MusicAeterna ausgerechnet die Sechste mit dem zuweilen verwendeten Beinamen „Tragische“ ausgewählt hat. Es ist wahrlich eine der radikalsten und kompaktesten Sinfonien Mahlers.

Eine Sinfonie voller Kraft und Wucht, in der allein 110 Musiker insgesamt benötigt werden und im Finale sogar ein Hammerschlag zum Einsatz kommt. Kaum etwas lässt Mahler in der Schlagwerkbesetzung dieser ebenso zerbrechlich wie in ihrer Heftigkeit frappierend wirkenden Sinfonie aus. Neben dem Tamtam werden tiefe Glocken und Herdenglocken zur Illustration einer ländlichen Szene und sogar Holzklappern verlangt. Currentzis versteht das Werk übergreifend als eine Art „Archetyp der klassischen Tragödie“ und sagt: „In Mahlers Musik geht es nicht um einen Gegensatz zwischen Trost und Hoffnungslosigkeit. Gerade die Hoffnungslosigkeit ist es, die Trost spendet.“

Erst im September dieses Jahres hatte Currentzis in einer Aufführung der Dritten Mahlers mit dem SWR Sinfonieorchester ein ebenso eigenwilliges wie feines Mahler-Klangbild vorgestellt. In der Aufnahme der Sechsten folgt er der ursprünglichen und auch in der kritischen Gesamtausgabe abgedruckten Satzreihenfolge und spielt das Scherzo vor dem Andante. Das Ende des Werkes ist für ihn nicht hoffnungslos, Currentzis spricht vielmehr von „völliger Katharsis“.

Sony Classical CD 19075822952 // ab 26.10.2018 im Handel – 2LP  19075822951 // ab 21.12.2018 im Handel