Asysa Fateyeva // Carneval

Kaum ein anderes Blasinstrument ist so vielseitig und wurde in so vielen Musikstilen des 20. und 21. Jahrhundert eingesetzt wie das Saxofon. Es ist im Jazz zu Hause, aber auch in der Avantgardemusik und der Sinfonik. Asysa Fateyeva erweitert seine Einsatzmöglichkeiten noch einmal um ein Vielfaches.

Auf ihrem zweiten Album „Bachiana“ hatte sie bereits die Musik des Thomaskantors Bach für ihr Instrument arrangiert. Auf ihrer neuen CD nun widmet sie sich der Welt des Karnevals. Dabei fasst sie den Begriff ganz weit. Der Karneval mit seinen Verkleidungen, Täuschungen und menschlichen Verwicklungen greift tief in die Seelen und Wünsche des Menschen ein. Er passt aber auch auf besondere Weise zu Fateyevas Instrument. „Der Titel ‚Carneval’ beschreibt den Geist des Saxofons“, findet Fateyeva. „Gerne mag es sich verkleiden, ausprobieren, verschiedene Stile ausloten und in die Rollen anderer Instrumente schlüpfen.“ Fateyeva spielt jedem Track angepasst abwechselnd Sopran-, Alt- und Tenorsaxofone. Bei ihren Operntranskriptionen schlüpft sie mit dem Instrument in die jeweiligen Rollen, etwa der unglücklichen Charlotte aus Massenets „Werther“ oder der indischen Prinzessin Lakmé bei Leo Delibes. Auch Milhauds „Scaramouche“ ist in einem Arrangement für Bläserquintett und Saxofon vertreten oder Ruggero Leoncavallos „Pagliacci“. Auf dem Album ist zudem eine Ballett-Suite aus Prokofjews „Romeo und Julia“ von 1935 zu hören.

Berlin Classics/Edel CD 0301160BC // ab 22.02.2019 im Handel